Merkel und Seehofer im Chiemgau – Einsatz der Union für die Bauern – „Zweitstimme ist die Stimme für Bayern“
Artikel vom 26. September 2009 // Artikel aus Rubrik BLICKPUNKT
Waging am See – Klare Ziele, klare Alternativen, klare Worte: Angela Merkel, Horst Seehofer und Peter Ramsauer kämpfen Seite an Seite um den Erfolg der Union am 27. September und eine bürgerliche Mehrheit. Wie am letzten Sonntag im Chiemgau.
„Ins gelobte Land“ hat CSU-Spitzenkandidat Peter Ramsauer Kanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Horst Seehofer nach Waging eingeladen: Zur wohl schönsten Gro߬veranstaltung der CSU in diesem Bundestagswahlkampf.
Die 6000 Besucher der CSU-Kundgebung erwartete ein traum¬haftes Ambiente am Strand¬kurhaus: Ein strahlender Spätsommer-Sonntag, der glitzernde Waginger See mit Booten, die Rednerbühne in einem parkartigen Gelände am Seeufer, aufmerksame Bewirtung und die gut aufgelegte „Waginger Musikkapelle“. Nicht zuletzt wegen der Milchbauern aus der Region, die mit Transparenten auf ihre ernste Situation aufmerksam machen, prägt an die¬sem Nachmittag die Chiemgauer Tracht das Bild. Sie passt in diese Landschaft. Auch CSU-Landrat Georg Grabner trägt sie.
Launig und freundschaftlich sind die Begrüßungsworte des CSU-Chefs für die Kanzlerin. Nach den vielen Terminen der letzten Wochen in Bayern „hast Du den Anspruch, dass Du in Bayern eingebürgert wirst“. Besonders hervor hebt Horst Seehofer Angela Merkels Satz: „Wir wollen in Deutschland dahin kommen, wo die Bayern bereits sind.“ Lauter Beifall brandet auf: Im Chiemgau leben selbstbewusste Menschen, die auf ihre Heimat stolz sind.
Drei Kernpunkte der CSU in dieser Wahlauseinandersetzung betont Seehofer: „Wir wollen das, was wir erreicht haben, in Berlin missionieren.“ Zweitens wolle die CSU ein Land mit einem menschlichen Gesicht: „Die CSU und die Bayerische Staatsregierung bleiben auch in Zukunft die Schutzmacht der kleinen Leute!“ Und drittens geht es dem Ministerpräsidenten um Bürgernähe und eine Politik, die sich als Dienstleistung für die Menschen versteht und durchsetzungsstark ist: „Wir sind verliebt ins Gelingen.“ Dafür wirbt er um Unterstützung am 27. September:
„Die Zweitstimme ist die Stimme für Bayern.“ Und die Stimme für eine Unionsregierung mit Kanzlerin Angela Merkel.
Hart kritisiert der Parteivorsitzende die „überholte und teilweise skandalöse Landwirtschaftspolitik“ der EU. Die CSU wolle eine bäuerliche und keine industrialisierte Landwirtschaft. Zu den Milchbauern sagt Seehofer: „Ich bin auf Euerer Seite, dass wir nur mit einer Mengenbegrenzung das Problem in denn Griff bekommen.“ Und er verspricht ihnen: „Dafür kämpfen wir, verlasst Euch darauf.“
Angela Merkel nimmt dieses Problem auf und unterstreicht die Bedeutung der Bauern für ganz Deutschland. „Wir brauchen Lebensmittel aus unserer Heimat.“ Die Bauern und ihre Produkte seien Teil unserer Kultur. Andere Parteien kümmerten sich nicht um die bäuerliche Landwirtschaft. „Sie sind bei CDU und CSU am besten aufgehoben“, ruft sie den Milchbauern zu.
Die Kanzlerin verweist ihre Zuhörer auf die bis 2008 erreichte Senkung der Arbeitslosigkeit unter drei Millionen. Selbst jetzt mitten in der Krise habe Deutschland über eine Million Arbeitsplätze mehr als bei Rot-Grün. Die SPD Schröders hatte vier Millionen übernommen, die Halbierung versprochen und ihr fünf Millionen Arbeitslose hinterlassen. „Die Hälfte von 4 ist 2 und nicht 5“, ihre Stimme ist jetzt durchdringend ernst. Diese ernüchternde Erfahrung habe Deutschland mit den Versprechungen der SPD gemacht, spielt sie auf den Gegenkandidaten an.
„Wir brauchen klare, stabile Verhältnisse“, aber die gebe es nicht mit der SPD. Der Pakt mit der Linkspartei sei seit der Bundespräsidentenwahl eingeleitet. Um die Krise rasch zu bewältigen, brauche Deutschland mehr Miteinander, weniger Bürokratie und „mehr Netto vom Brutto“ zur Motivation der Leistungswilligen. Auch Angela Merkel bittet um Unterstützung für den Direktkandidaten Peter Ramsauer und um die Zweitstimme: „Nächsten Sonntag schreibt jeder von Ihnen ein Stück Geschichte!“
Ingo Sommer