Dr. Peter Ramsauer
Mitglied des Bundestags | Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

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Entsetzen über Missachtung und Dilettantismus der Post

Vier weitere Postfilialen vor der Schließung

(30.09.2004)
Geharnischter Brief von MdB Peter Ramsauer an die regionale Postleitung - "Schwerlich ernstzunehmende Regionalleitung Süd"

Traunwalchen - Einen kaum zu überbietenden Dilettantismus legte die Post bei der beabsichtigten Schließung weiterer Filialen im Wahlkreis von Dr. Peter Ramsauer an den Tag. Der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe in Berlin reagierte denn auch mit einem mehr als deutlichen Brief an die Post und wird diesen Vorgang auch in entsprechenden Bundestagsorganen zur Sprache bringen. Fakt nach derzeitigem Stand ist allerdings : Kurz vor Silvester werden Postfilialen in Stein an der Traun, in Schleching, in Waging und in Berchtesgaden geschlossen.

Ab dem 29. Dezember sollen dann sogenannte "MoPS" (Mobiler Post Service) örtliche Post-Filialen ersetzen. Diese einschneidende Nachricht erhielten die vier Bürgermeister der betroffenen Orte, wobei die Post-Regionalleitung Süd in den standardisierten Schreiben weiter mitteilt, dass "der MoPS … nach den Bestimmungen der PUDLV zur Versorgung von Orten ohne stationäre Postfiliale" dient. Mag sich dieser Satz noch im Bereich ungewollter Sprachkomik befinden, offenbaren die weiteren Inhalte Fehler über Fehler:

So mutieren bei der Post die Marktgemeinden Waging und Berchtesgaden sowie auch Traunreut als größte Stadt Südostoberbayerns zu einfachen Gemeinden, gleichzeitig ist der Post die Schreibweise der Stadt Traunreut nicht geläufig - man hängt am Ende des Ortsnamens ein nicht vorhandenes stummes "H" an. Zudem verwechselt man den Bürgermeister Traunreuts und macht Bernhard Gottbehüt zum Stadtoberhaupt - es ist jedoch Franz Parzinger. In Waging residiert für die Post nicht der langjährige Bürgermeister Sepp Daxenberger, sondern Hubert Schmid. Und zu allem Überdruss kennt die Post die eigene Postleitzahl nicht: Statt Traunreut die gewohnte Zahl 83301 zuzusprechen, schickt man dem "falschen" Bürgermeister auch die falsche Postleitzahl 83294.

"Nur gut, dass zumindest die Briefträger ihre Arbeit beherrschen. Aber wem solche dilettantischen Fehler passieren, ist schwerlich ernst zu nehmen", schreibt ein sichtlich entrüsteter MdB Peter Ramsauer dem Regionalen Politikbeauftragten der Post. Dabei betont der Bundestagsabgeordnete: "Dass ausgerechnet die Deutsche Post AG nicht einmal die korrekte Postleitzahl einer Stadt kennt, ist ein echter Knüller".

Für den engagierten Politiker stellt diese Vorgehensweise und Art der Kontaktaufnahme eine erneute Blamage für das Unternehmen dar. Denn vor kurzem wurde ja bekannt, dass im Raum der Großen Kreisstadt Traunstein nicht einmal die tägliche postalische Bedienung sichergestellt werden kann. "Wer eine so geringe Sorgfaltspflicht in kleinen Dingen an den Tag legt", bilanziert Peter Ramsauer, "darf sich nicht wundern, wenn man dann große Schritte wie die Schließungen der Filialen in Frage stellt. Es ist ernsthaft zu hinterfragen, wie denn dann die Zahlen und Fakten der Erhebungen für das Zusperren der Geschäftslokale zustande gekommen sind."