(10.12.2004)
MdB Peter Ramsauer im Pferdestall – Informationsbesuch in der Kaserne.
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Kommandeur Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Norbert Stier, Dr. Peter Ramsauer, Dr. Wolfram Noreisch (v.l.). |
Traunwalchen - Überraschende Erkenntnisse aus ihren Auslandsaufenthalten brachten die Reichenhaller Soldaten der Tragtierkompanie mit nach Hause. Wurden die sogenannten Muli-Treiber in der Vergangenheit schon oftmals müde belächelt und Gerüchte über deren Auflösung verbreitet, so konnte der oberste Pferdechef und Veterinär in der Bad Reichenhaller Kaserne, Dr. Wolfram Noreisch, die Wichtigkeit der Einrichtung dem Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Traunstein / Berchtesgadener Land, Dr. Peter Ramsauer, bei einem Truppenbesuch erläutern: "Die Tragtierkompanie ist dort stark, wo modernes Kriegsgerät versagt", erklärte Dr. Noreisch, "auch die Amerikaner mussten jetzt erkennen, dass zum Beispiel Hubschraubereinsätze bei permanenten Stürmen wie in Afghanistan nicht möglich sind. Hier können die Tragtierkompanien bestens helfen, die Amerikaner sind schon am Überlegen."
Mit eindrucksvollem Bildmaterial gewährte der Veterinär dem Bundestagsabgeordneten Eindrücke in einen zurückliegenden Einsatz im Kosovo. Dorthin wurde die Tragtierkompanie vor gut zwei Jahren geschickt, allerdings ohne Mulis und Pferde. Vielmehr mussten die vierbeinigen Helfer vor Ort rekrutiert und ausgebildet werden. Nach vier Wochen Einarbeitungszeit war es dann soweit, dass die Kompanie Aufträge zur Versorgung entlegener Posten in der unzugänglichen Gebirgsregion übernehmen konnte. "Wir haben zehn Pferde bekommen, und ich habe zehn Pferde am Ende des Einsatzes wieder zurückgegeben", bilanzierte Dr. Noreisch und unterstrich damit die hervorragende Qualität seiner Soldaten und Pferdeführer im Umgang mit den Tieren.
Beeindruckt zeigte sich MdB Peter Ramsauer auch von der Schmiede in der Kaserne. Alle sechs bis acht Wochen bekommen die 54 Mulis und Pferde neue Hufeisen, permanenter Betrieb ist damit vorprogrammiert. Und so ist die Kasernenschmiede ganz nebenbei zur größten Hufschmiede Deutschlands mutiert. "Die Wertschätzung der Muli-Treiber war innerhalb Bayerns immer schon immens hoch", schloss Peter Ramsauer den Rundgang, "man kann jetzt nur hoffen, dass solche Auslandseinsätze auch den übrigen Ländern zeigen, wie wichtig diese Einheit ist. Mein Dank gilt der großartigen Leistung von Dr. Noreisch, der über das Dienstliche hinaus in der Ferne wie in der Heimat seine Einheit vorbildlich führt und vertritt."