Berlin - Erst sollte der 3. Oktober als Feiertag abgeschafft werden. Das ist gescheitert. Jetzt soll er umgedeutet werden. Auch das wird scheitern. Die Forderung der Grünen-Bundesvorsitzenden Claudia Roth, am 3. Oktober nicht nur die deutsche Einheit, sondern auch den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu feiern, tritt das Andenken an die friedliche Revolution in der DDR mit Füßen.
Es ist dreist, wie Claudia Roth das Gedenken an unseren Nationalfeiertag mit der Frage nach dem EU-Beitritt der Türkei auf absurde Weise miteinander verknüpfen und seine Bedeutung relativieren will. Die Grünen-Chefin spricht dabei nur aus, was die rot-grüne Bundesregierung insgesamt denkt: Abschaffung und Umdeutung der wichtigen, identitätsstiftenden Gedenktage statt Respekt vor der deutsch-deutschen Geschichte.