Mein Blog
In meinem Blog möchte ich regelmäßig über meine zahlreichen Begegnungen mit Menschen während meiner Termine berichten oder Sie über aktuelle Themen informieren.
In meinem Blog möchte ich regelmäßig über meine zahlreichen Begegnungen mit Menschen während meiner Termine berichten oder Sie über aktuelle Themen informieren.
Den Großteil unserer Zeit verbringen wir in unseren Wohnungen, an unseren Arbeitsplätzen oder in sonstigen geschlossenen Räumen. Zugleich steigt das Bedürfnis nach Erholung im Freien. Immer mehr Menschen suchen Ruhe und Entspannung im Grünen, Platz für sich und frische Luft. Kleingärten werden im ganzen Land immer beliebter. Was früher als „spießig“ galt, gilt heute als durchweg zeitgemäß – ja sogar „in“. Vielen gesundheitsbewussten Menschen ist es wichtig, eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Man darf mit Fug und Recht von einer neuen Bewegung sprechen.
Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland sind in ihrer Freizeit „Schrebergärtner“. Organisiert in über 15000 Vereinen pflegen in unserem Land tagtäglich über eine Million Mitbürgerinnen und Mitbürger „ihre“ grüne Scholle. Allein in Bayern gibt es rund 48000 Mitglieder in 165 Vereinen und Stadtverbänden.
Als Bundesminister für Stadtentwicklung möchte ich die gesellschaftliche, aber auch städtebauliche Bedeutung der Kleingärten besonders hervorheben. Sie sind für unsere Städte aus zwei Gründen von Bedeutung: Erstens als ökologisch wertvolle Grünzonen. Und zweitens als öffentlicher Raum der Begegnung und gemeinsamer Aktivitäten der Menschen – unabhängig von Alter oder sozialem Status. 84 Prozent der Anlagen sind öffentlich zugänglich. Der Wert der Anlagen ist gerade für Familien mit Kindern augenscheinlich, die in einer Mietwohnung zumeist ohne eigenen Garten leben. Die Neuverpachtungen von Gärten an Familien mit Kindern lag in den letzten fünf Jahren bei fast 45 Prozent, in den Großstädten ist der Anteil sogar noch größer.
Das „Kleingärtnern“ hat zudem einen wichtigen sozialen Aspekt. Es fördert den Gemeinsinn und das ökologische Bewusstsein. Der Gedanke, etwas Sinnvolles zusammen zu unternehmen und „etwas für die Umwelt zu tun“, hat laut Umfragen bei den Betroffenen einen hohen Stellenwert. Das Kleingartenwesen fördert das Miteinander in der Gesellschaft über soziale Gruppen hinweg; das Miteinander im Vereinsleben bringt unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen zusammen.
Kleingärten bringen Stadt und Land einander näher. Wer aus dem ländlichen Raum in die Stadt zieht, bewahrt sich auf „seiner“ grünen Scholle ein Stück ländliches Leben. Der Städter wiederum lernt im Kleingarten ein Stück Landleben kennen und schätzen. Für so manches Stadtkind bedeutete der „Schrebergarten“ das erste Klassenzimmer, in dem es etwas über unsere Pflanzen- und Tierwelt sowie über unsere Nahrungsmittel lernte. Mir ist sehr daran gelegen, das Miteinander von Stadt und Land zu fördern. Auch deshalb unterstütze ich mit meinem Ministerium die Kleingärtner besonders gerne.
Das Bundeskleingartengesetz ist eine verlässliche Grundlage für eine Vielzahl an Aktivitäten. Es stellt zudem sicher, dass die Pachten für unsere Kleingärten bezahlbar bleiben. Über diese Rechtsgrundlage und Schulungsprogramme hinaus wirbt mein Ministerium mit Wettbewerben für das „grüne“ Anliegen. Gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Gartenfreunde organisieren wir in diesem Jahr bereits den 22. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“, der im 4-Jahres-Rhythmus stattfindet und mit einer finanziellen Förderung ausgestattet ist.
Thematisch stehen in diesem Jahr Innovationen im städtebaulichen, ökologischen und sozialen Bereich im Vordergrund. Wir wollen Kleingartenanlagen auszeichnen, die in besonderer Weise das Leben und die Begegnung im Grünen fördern. Ich bin sehr gespannt auf die Projekte, die am 16. Oktober in Berlin vorgestellt werden.